Die kritische Masse ist erreicht: Moviac, die Kino-on-demand-Plattform vermeldet die ersten stattfindenden Vostellungen. Mehr dazu hier im Moviac-Blog...
Samstag, 11. Juli 2009
Gastspiel
Im Programmheft des "Kino am Kocher", über das wir neulich schon erzählten, war ein so schöner Text über den Kinobesuch, dass wir ihn Ihnen nicht vorenthalten möchten. Er stammt vom Aalener Bundesbürgermeister Frau Prof. Dr. Dr. S.K. Hentze (kein Tippfehler - dachten wir auch erst, aber folgen Sie einfach dem Link um mehr zu erfahren).
"Ins Kino zu gehen, ist immer ein Erlebnis. Du spürst schon Tage zuvor deine Vorfreude und bist voller Erwartungen. Wenn der Film dann läuft, berühren dich die Inhalte und die Spannung des Geschehens und schließlich, die dich entspannende Wirkung des Ambientes, insbesonders, wenn es sich um ein gemütliches, weil kleines Lichtspielhaus handelt, wie das »Kino am Kocher« in Aalen. Und gerade dann, wenn dich die Problematik des filmischen Themas packt und nachhaltig beschäftigt oder gar verfolgt, empfindest du das unbeschreibliche Gefühl, etwas Großartiges erlebt zu haben. Es arbeitet etwas in dir.
So kann man sagen, dass jeder Kinobesuch nach einer Wiederholung verlangt. Kino kann berauschend sein, sogar süchtig machen! Ja, natürlich, aber warum eigentlich nicht?! Ich sage immer, wer das Kino sucht, der findet es auch (gut), so zumindest beim Kocherkino in Aalen. Du findest dich in der Kinokneipe ein, suchst nach deinen Freunden und Bekannten, ergatterst eine Eintrittskarte, deckst dich noch schnell mit Knabberzeug und Getränken ein und schon sitzt du in bequemer Pose im dunklen Saal. Es knattert, die Leinwand fängt zu flimmern an und schon laufen die Bilder, das Kino beginnt zu leben.
Die ersten Szenen packen dich und deine Sitznachbarn, es überfällt uns ein wohliges Gemeinschaftsgefühl. Je nach Filmgenre, staunst du mit offenem Mund, schwärmst du bei Liebesszenen wie ein Glotzbebbelromantiker oder heulst, wie auch die anderen im Kollektiv, wie geprügelte Schlosshunde. Kino ist immer ergreifend. Falls nicht, bist du eingeschlafen.Wenn du Glück hast, stupst dich dein Nachbar aus deinem peinlichen Sekundenschlaf.
Die Lichter des Saales erhellen. »Was, ist der Film schon zu Ende?« Ach so, die Spule muss gewechselt werden (und ich auf’s WC). Im Pausenplausch dann in der »Bar am Venushafen« wird mit Begeisterung diskutiert.
»Hast du gesehen, wie der eine in der Szene kopfüber …?!«
»Ja, genau, das war einfach hinreißend …«
Schon läutet die Glocke zur zweiten Runde. Schnell die Plätze wieder einnehmen, ja nichts versäumen, immer dabei sein, in Freud, wie in Leid … das ist Kino. Welch ein Erlebnis! Noch Wochen später triffst du Leute auf der Straße: »Waren Sie nicht auch in dem Film, äh … na, wie heißt der denn noch schnell?« Der schönste Abend der Woche! »Ja, genau, im Kino am Kocher. Der hat mir vielleicht gefallen, der war so richtig schön«. »Mir auch, was läuft denn gerade so?« Ich frage mich, ob die Haare der netten Dame schon immer rot gefärbt waren, oder war’s einfach viel zu dunkel im Kinosaal, als dass ich mich an solche Nebensächlichkeiten erinnern könnte? – Auch das macht’s Kino so unvergesslich."
"Ins Kino zu gehen, ist immer ein Erlebnis. Du spürst schon Tage zuvor deine Vorfreude und bist voller Erwartungen. Wenn der Film dann läuft, berühren dich die Inhalte und die Spannung des Geschehens und schließlich, die dich entspannende Wirkung des Ambientes, insbesonders, wenn es sich um ein gemütliches, weil kleines Lichtspielhaus handelt, wie das »Kino am Kocher« in Aalen. Und gerade dann, wenn dich die Problematik des filmischen Themas packt und nachhaltig beschäftigt oder gar verfolgt, empfindest du das unbeschreibliche Gefühl, etwas Großartiges erlebt zu haben. Es arbeitet etwas in dir.
So kann man sagen, dass jeder Kinobesuch nach einer Wiederholung verlangt. Kino kann berauschend sein, sogar süchtig machen! Ja, natürlich, aber warum eigentlich nicht?! Ich sage immer, wer das Kino sucht, der findet es auch (gut), so zumindest beim Kocherkino in Aalen. Du findest dich in der Kinokneipe ein, suchst nach deinen Freunden und Bekannten, ergatterst eine Eintrittskarte, deckst dich noch schnell mit Knabberzeug und Getränken ein und schon sitzt du in bequemer Pose im dunklen Saal. Es knattert, die Leinwand fängt zu flimmern an und schon laufen die Bilder, das Kino beginnt zu leben.
Die ersten Szenen packen dich und deine Sitznachbarn, es überfällt uns ein wohliges Gemeinschaftsgefühl. Je nach Filmgenre, staunst du mit offenem Mund, schwärmst du bei Liebesszenen wie ein Glotzbebbelromantiker oder heulst, wie auch die anderen im Kollektiv, wie geprügelte Schlosshunde. Kino ist immer ergreifend. Falls nicht, bist du eingeschlafen.Wenn du Glück hast, stupst dich dein Nachbar aus deinem peinlichen Sekundenschlaf.
Die Lichter des Saales erhellen. »Was, ist der Film schon zu Ende?« Ach so, die Spule muss gewechselt werden (und ich auf’s WC). Im Pausenplausch dann in der »Bar am Venushafen« wird mit Begeisterung diskutiert.
»Hast du gesehen, wie der eine in der Szene kopfüber …?!«
»Ja, genau, das war einfach hinreißend …«
Schon läutet die Glocke zur zweiten Runde. Schnell die Plätze wieder einnehmen, ja nichts versäumen, immer dabei sein, in Freud, wie in Leid … das ist Kino. Welch ein Erlebnis! Noch Wochen später triffst du Leute auf der Straße: »Waren Sie nicht auch in dem Film, äh … na, wie heißt der denn noch schnell?« Der schönste Abend der Woche! »Ja, genau, im Kino am Kocher. Der hat mir vielleicht gefallen, der war so richtig schön«. »Mir auch, was läuft denn gerade so?« Ich frage mich, ob die Haare der netten Dame schon immer rot gefärbt waren, oder war’s einfach viel zu dunkel im Kinosaal, als dass ich mich an solche Nebensächlichkeiten erinnern könnte? – Auch das macht’s Kino so unvergesslich."
Samstag, 27. Juni 2009
Unförmig
Ich bin ja eigentlich aus persönlicher Erfahrung sehr überzeugt von Philips-Fernsehern. Aber was die uns da neuerdings als "Cinema 21:9" andrehen wollen, ist schon eine Lachnummer.
Der Gedanke eines Fernsehers, der in der Lage ist, nciht nur 16:9, sondern auch Cinemascope ohne schwarze Balken anzuzeigen, ist ja erstmal nicht abwegig und begrüßenswert. Aber über die herkömmlichen Formate 4:3 und 16:9 folgende Behauptung:
"Die fortschrittliche Formatierungstechnologie passt diese Programme ganz einfach und nahezu verzerrungsfrei an den Bildschirm an. Das Bild wird fortlaufend analysiert und auf das Format 21:9 vergrößert. Sie sehen nun ein fehlerfreies Bild, das den kompletten Bildschirm ausfüllt."
aufzustellen, zeugt von wenig Sachverstand und ist nur peinlich. Vor allem, wenn man daneben angeblich überzeugende Beispiele abbildet, bei denen die 16:9-Frau und der 4:3-Sportwagen plötzlich augenscheinlich um den Faktor x breitere Ärsche haben. Zu bewundern auf der Philips-Homepage.
Wenn der Regisseur das beabsichtigt hätte, liebe Philips-Ingenieure, hätte er eine dickere Frau gecastet. Oder kämpft Philips auf subtile Weise gegen den Schlankheitswahn?
Der Gedanke eines Fernsehers, der in der Lage ist, nciht nur 16:9, sondern auch Cinemascope ohne schwarze Balken anzuzeigen, ist ja erstmal nicht abwegig und begrüßenswert. Aber über die herkömmlichen Formate 4:3 und 16:9 folgende Behauptung:
"Die fortschrittliche Formatierungstechnologie passt diese Programme ganz einfach und nahezu verzerrungsfrei an den Bildschirm an. Das Bild wird fortlaufend analysiert und auf das Format 21:9 vergrößert. Sie sehen nun ein fehlerfreies Bild, das den kompletten Bildschirm ausfüllt."
aufzustellen, zeugt von wenig Sachverstand und ist nur peinlich. Vor allem, wenn man daneben angeblich überzeugende Beispiele abbildet, bei denen die 16:9-Frau und der 4:3-Sportwagen plötzlich augenscheinlich um den Faktor x breitere Ärsche haben. Zu bewundern auf der Philips-Homepage.
Wenn der Regisseur das beabsichtigt hätte, liebe Philips-Ingenieure, hätte er eine dickere Frau gecastet. Oder kämpft Philips auf subtile Weise gegen den Schlankheitswahn?
Monopoly
Seit Jahren wurde gerungen, jetzt kriegt Gießen doch sein Multiplex. Wir plädieren weiter für Kino "aus dem Herzen der Natur" - Edgar, Hans, nicht verzagen, ihr packt das schon.
Schnieke
Neulich war in der filmecho-Rubrik "Kino-Aktionen", die ich immer mit besonderem Vergnügen lese (hauptsächlich wegen zwei Damen im Fränkischen, die dort scheint's Stammplätze gebucht haben und über deren Ideen ich immer weider staune) die Rede von einem Gala-Abend im Böblinger Bärenkino. Das Publikum auf dem Foto sah zwar nicht durchgängig ganz gala-artig aus (das üben wir noch mal), aber so ein bisschen Glamour für den Kinobesuch ist doch eine schicke Sache. Hoffentlich macht das Schule. Und gegen die olle Fusselbacke Tom Hanks auf der Leinwand sahen die meisten doch ganz ordentlich aus.
Gipfeltreffen
Es stimmt also doch: das Internet ist eine Kommunikationsplattform und nicht nur der wahr gewordene Traum aller Pornographiesüchtigen.
(Übrigens resultiert ein recht erklecklicher Teil der 'kinolabor'-Aufrufe aus der Google-Suche nach www.bilderab18.com, weshalb ich nicht versäumen möchten, die von dort kommenden Leser an dieser Stelle recht herzlich zu begrüßen. Nacktes Fleisch werden Sie hier wenig finden, aber überlegen Sie doch mal, ob Sie nicht wenigstens in ein anständiges Pornokino gehen möchten, anstatt alleine zuhause vor dem Computer zu sitzen. Unter Gleichgesinnten ist es doch viel lustiger.)
Einer unserer Leser hat sich als Kinomacher geoutet und hat einen Kurzaufenthalt in Bonn zu einem Treffen auf dem malerischen Venusberg (ja, es ist leider ein Berg, kein Hügel, der Name trägt also nicht entscheidend zur Erweiterung unserer Leserschaft bei) zu nutzen.
Friedrich gehört zu einem Haufen von über 60 (!) ehrenamtlichen Aktiven, die zusammen das Kino am Kocher in Aalen betreiben. Getragen wird das Ganze von einer Genossenschaft. Wenn man Friedrich zuhört, wie relativ friedlich die Auf- und Einteilung der verschiedenen Aufgaben, Dienste und dergleichen funktioniert, muss man sich fragen, ob der Sozialismus nicht eine zweite Chance verdient hat.
Scherz beiseite, einmal mehr müssen wir einer Gruppe von Kinomachern höchsten Respekt zollen, nicht nur weil sie mal eben den größten Teil ihres nicht-erwerbstätigen Lebens investieren, um anderen "ein paar schöne Stunden" zu ermöglichen, sondern weil sie dabei auch noch Ambitionen verfolgen: als Motto für ihren Kinobetrieb haben die Aalener den Schlachtruf der Kommunalen Kinos "Andere Filme anders zeigen" für sich in Anspruch genommen, sondern diesen auch auf ihr Publikum gemünzt: "Andere Filme anders sehen". (An dieser Stelle fielen mir eine Menge dumme Witze ein, da wir uns mit Friedrich in der Cafeteria der Universitätsaugenklinik trafen, aber das würde jetzt wirklich zu platt.)
Richtig ambitioniertes Kino scheint heute fast überhaupt nur noch so zu funktionieren, ein paar von Leidenschaft getriebene Verrückte mit viel Einsatz und ein paar schlauen Ideen, wie man so etwas ökonomisch einigermaßen räsonabel umsetzen kann. Im Kino am Kocher steckt einrichtungstechnisch gesehen viel Handarbeit, der Einsatz der Filme zu verschiedenen Zwecken ist schwäbisch ausgeklügelt, und mittels Kooperationen kriegt man den Saal voll. Vielleicht geht es nur noch so, vielleicht ist gerade das das Kino der Zukunft, und nicht eine mit Popcornzucker am Boden festgeklebte Menschenmasse, die mit albernen Brillen auf der Nase in einem unterkühlten Saal sitzt. Den Satz "Unsere Putzfrau ist die einzige, die an diesem Kino Geld verdient", haben wir jedenfalls nun schon zum zweiten Mal gehört.
Wir wünschen dem Kino am Kocher und seinen Machern, die immer noch bescheiden von einem "Projekt" sprechen, allzeit gut Licht, gut Ton und volle Kassen. Und Sie bilderab18-Suchende tun jetzt was für Ihre Sittenbildung und surfen jetzt ganz schnell mal auf deren Seite und gucken sich dort die vielen tollen Bildergalerien an.
(Übrigens resultiert ein recht erklecklicher Teil der 'kinolabor'-Aufrufe aus der Google-Suche nach www.bilderab18.com, weshalb ich nicht versäumen möchten, die von dort kommenden Leser an dieser Stelle recht herzlich zu begrüßen. Nacktes Fleisch werden Sie hier wenig finden, aber überlegen Sie doch mal, ob Sie nicht wenigstens in ein anständiges Pornokino gehen möchten, anstatt alleine zuhause vor dem Computer zu sitzen. Unter Gleichgesinnten ist es doch viel lustiger.)
Einer unserer Leser hat sich als Kinomacher geoutet und hat einen Kurzaufenthalt in Bonn zu einem Treffen auf dem malerischen Venusberg (ja, es ist leider ein Berg, kein Hügel, der Name trägt also nicht entscheidend zur Erweiterung unserer Leserschaft bei) zu nutzen.
Friedrich gehört zu einem Haufen von über 60 (!) ehrenamtlichen Aktiven, die zusammen das Kino am Kocher in Aalen betreiben. Getragen wird das Ganze von einer Genossenschaft. Wenn man Friedrich zuhört, wie relativ friedlich die Auf- und Einteilung der verschiedenen Aufgaben, Dienste und dergleichen funktioniert, muss man sich fragen, ob der Sozialismus nicht eine zweite Chance verdient hat.
Scherz beiseite, einmal mehr müssen wir einer Gruppe von Kinomachern höchsten Respekt zollen, nicht nur weil sie mal eben den größten Teil ihres nicht-erwerbstätigen Lebens investieren, um anderen "ein paar schöne Stunden" zu ermöglichen, sondern weil sie dabei auch noch Ambitionen verfolgen: als Motto für ihren Kinobetrieb haben die Aalener den Schlachtruf der Kommunalen Kinos "Andere Filme anders zeigen" für sich in Anspruch genommen, sondern diesen auch auf ihr Publikum gemünzt: "Andere Filme anders sehen". (An dieser Stelle fielen mir eine Menge dumme Witze ein, da wir uns mit Friedrich in der Cafeteria der Universitätsaugenklinik trafen, aber das würde jetzt wirklich zu platt.)
Richtig ambitioniertes Kino scheint heute fast überhaupt nur noch so zu funktionieren, ein paar von Leidenschaft getriebene Verrückte mit viel Einsatz und ein paar schlauen Ideen, wie man so etwas ökonomisch einigermaßen räsonabel umsetzen kann. Im Kino am Kocher steckt einrichtungstechnisch gesehen viel Handarbeit, der Einsatz der Filme zu verschiedenen Zwecken ist schwäbisch ausgeklügelt, und mittels Kooperationen kriegt man den Saal voll. Vielleicht geht es nur noch so, vielleicht ist gerade das das Kino der Zukunft, und nicht eine mit Popcornzucker am Boden festgeklebte Menschenmasse, die mit albernen Brillen auf der Nase in einem unterkühlten Saal sitzt. Den Satz "Unsere Putzfrau ist die einzige, die an diesem Kino Geld verdient", haben wir jedenfalls nun schon zum zweiten Mal gehört.
Wir wünschen dem Kino am Kocher und seinen Machern, die immer noch bescheiden von einem "Projekt" sprechen, allzeit gut Licht, gut Ton und volle Kassen. Und Sie bilderab18-Suchende tun jetzt was für Ihre Sittenbildung und surfen jetzt ganz schnell mal auf deren Seite und gucken sich dort die vielen tollen Bildergalerien an.
Mittwoch, 10. Juni 2009
Sonntag, 3. Mai 2009
Ins Schwarze
Zur Diskussion um die "Krise der Kinowerbung" hier noch ein eigener Beitrag, gesehen in einem italienischen Restaurant in Bonn:
Streng genommen handelt es sich dabei um Filmwerbung, nicht um Kinowerbung, schon klar. Aber abgesehen vom finanziellen Aspekt für die Kinobetreiber ist die Werbung für das Kino vielleicht das größere Problem als die Werbung im Kino. Angeblich würden sich ja viele Kinobesucher den Entfall der Werbung etwas kosten lassen, so eine etwas bejahrte Studie der Rinke Medien Consulting, und genau das diskutieren die Kinobetreiber jetzt wieder - die, die nicht ohnehin ohne Werbung auskommen, und das sind nicht wenige.
Auf dem Bild jedenfalls sehen wir ein gut gemeintes, aber umso abschreckenderes Beispiel dafür, wie man versuchen kann, Leute ins Kino zu kriegen. Man(n) widmet als Restaurantbesucher zwischen einem Chianti und dem nächsten dem Filmplakat für "Ein Festmahl im August" 30 Sekunden ungeteilter (?) Aufmerksamkeit, thematisch passend und zielgruppengerecht: Italien, Essen, Freizeit. Wobei Zielgruppe hier eine ganz neue Bedeutung bekommt...
Streng genommen handelt es sich dabei um Filmwerbung, nicht um Kinowerbung, schon klar. Aber abgesehen vom finanziellen Aspekt für die Kinobetreiber ist die Werbung für das Kino vielleicht das größere Problem als die Werbung im Kino. Angeblich würden sich ja viele Kinobesucher den Entfall der Werbung etwas kosten lassen, so eine etwas bejahrte Studie der Rinke Medien Consulting, und genau das diskutieren die Kinobetreiber jetzt wieder - die, die nicht ohnehin ohne Werbung auskommen, und das sind nicht wenige.Auf dem Bild jedenfalls sehen wir ein gut gemeintes, aber umso abschreckenderes Beispiel dafür, wie man versuchen kann, Leute ins Kino zu kriegen. Man(n) widmet als Restaurantbesucher zwischen einem Chianti und dem nächsten dem Filmplakat für "Ein Festmahl im August" 30 Sekunden ungeteilter (?) Aufmerksamkeit, thematisch passend und zielgruppengerecht: Italien, Essen, Freizeit. Wobei Zielgruppe hier eine ganz neue Bedeutung bekommt...
Wunschkonzert
Ein beobachtenswertes neues Konzept ist auf www.moviac.de online gegangen: Hier kann man aus einem (leider noch sehr beschränkten) Repertoire auswählen, welchen Film man gerne mal in einem Kino in seiner Nähe wieder sehen möchte. Finden sich genug Kinofans, die den Film sehen wollen (hier ist Lobbyarbeit gefordert), wird die Vorstellung angeboten und findet ab einer Mindestzahl von Reservierungen statt. 92 Kinos machen nach meiner Zählung schon mit, leider ist das Filmangebot gerade bei den echten Klassikern noch arg dünn. Im Filmmuseum Ihres Vertrauens richtet eine Bitte an den Programmverantwortlichen vermutlich mehr aus. Aber wir wollen gar nicht stänkern, das ist endlich mal eine sinnvolle Verknüpfung von "digital" und "Kino"!
Wer möchte im Raum Bonn mal wieder "Little Miss Sunshine" sehen?
Wer möchte im Raum Bonn mal wieder "Little Miss Sunshine" sehen?
Feigenrad
Nur eine kurze Erregung unter Tati-Fans: auf den Werbeplakaten für die Tati-Ausstellung in der Cinémathèque francaise wurde seine Pfeife mittels eines feigenblattartigen Windrädchens wegretuschiert. Ziemlich albern, aber da ein gerechter Aufschrei der Empörung bereits woanders veröffentlicht wurde, können wir uns in Ruhe dem Entsetzen darüber hingehen, eine heute endende Ausstellung der Villa Arpel verpasst zu haben.
(tiefes Luftholen)
AAAAAAAARRRRGH!!!!
(tiefes Luftholen)
AAAAAAAARRRRGH!!!!
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